Beim Neid geht es nicht um etwas Großes oder Bedeutendes, sondern um eine minimale Differenz. Freud spricht vom Narzissmus der kleinen Differenz.
Es geht nicht darum, dass wir selbst etwas haben, sondern dass der andere dieses nicht hat. Das Nichthaben des Anderen ist entscheidend, nicht das eigene Haben.
Jacques Lacan bemerkt, dass der Neid hervorgerufen wird durch den Besitz von Gütern, die dem Neider von keinerlei Nutzen wären. Daher gibt es Neid auch unter der Bedingung des Überflusses.
Francis Bacon erkannte: Neid kann nur entstehen, indem sich zwei Menschen miteinander vergleichen. Der Neid entsteht immer durch einen Vergleich mit sich selbst.
Neid ist ein „Nahweltphänomen" – geneidet werden eher Personen der näheren sozialen Umgebung, mit ähnlichen Eigenschaften und Fähigkeiten.
Vermutlich treibt Neid eher der soziale Wert des Gutes als sein Besitz an sich.
Neid quält immer den Neider selbst. Menschen sind zu Mitleid fähig, aber nicht zur Mitfreude.
Neid am Arbeitsplatz wird genährt durch eine „erniedrigende Oberflächlichkeit" der heutigen Arbeitswelt, geprägt durch diffuse Begriffe wie „soziale Kompetenz" oder „Teamgeist".
Die erforderliche Nähe beim Neid führt zu einer Veränderung der Neidgüter bei steigendem Reichtum bzw. sozialer Schicht.
Es geht um etwas rein Ideelles, nicht um etwas Materielles.

Insofern – Vergleiche nicht …

„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." Søren Aabye Kierkegaard